Rauchmelder – in Berlin Gesetz ab 1. 1. 2017

 

Nicht nur in Mietwohnungen gilt die Rauchmelderpflicht, auch als Eigentümer einer selbstgenutzten Immobilie unterliegen Sie dieser, sofern sie in ihrem Bundesland beschlossenes Gesetz ist. In Brandenburg müssen seit 1. 7. 2016 Neu- und Umbauten mit Rauchmeldern ausgestattet sein, in Berlin ist das entsprechende Gesetz vor kurzem – zum Jahreswechsel – in Kraft getreten. Für bestehende Wohnungen gilt in beiden Bundesländern eine „Schonfrist“  bis 31. 12. 2020. Eine Übersicht über die Regelungen aller Bundesländer finden Sie hier .

Worum geht es eigentlich?

Immer noch stirbt in Deutschland durchschnittlich ein Mensch täglich am den Folgen eines Brandes. Trotzdem sagen die meisten, dass es bei Ihnen zuhause nie brennen wird: sie zünden keine Kerzen an, rauchen nicht oder sind generell vorsichtig. Ein gefährlicher Irrtum. So entstehen Brände häufig durch technische Defekte an Geräten – und ist es erst einmal soweit, bleiben durchschnittlich 4 Minuten Zeit, die Wohnung zu verlassen. Denn die tödliche Gefahr entsteht nicht durch das Feuer, sondern durch den Rauch. Irrig ist also die Annahme, Sie würden durch Hitze oder Brandgeruch ohnehin rechtzeitig geweckt, denn dann ist es meistens zu spät. Davon abgesehen: wenn Sie nachts ruhen, ruht Ihr Geruchssinn ebenfalls. Also: Rauchmelder.

Rauchmelder warnen durch einen lauten Alarm – bis zu 120 Dezibel – rechtzeitig vor der Brandgefahr. Rechtzeitig, weil  der Rauch hochsteigt und  sich unter der Zimmerdecke sammelt. So haben Sie mehr Zeit, ein (noch) kleines Feuer zu löschen, die Feuerwehr zu benachrichtigen oder sich in Sicherheit zu bringen. Und selbst wenn Sie (wovon wir natürlich nicht ausgehen) einmal  ziemlich betrunken im Bett liegen, hören gegebenenfalls Ihre Nachbarn den Alarm und können rechtzeitig eingreifen.

Die Grundlagen

Allen Gesetzestexten zur Rauchmelderpflicht liegt die Anwendungsnorm DIN 14676 zugrunde, die da heißt: „Rauchmelder für Wohnhäuser, Wohnungen und Räume mit wohnungsähnlicher Nutzung – Einbau, Betrieb und Instandhaltung“. Kurz gesagt, steht dort, dass Schlafbereiche, insbesondere Kinder- und Schlafzimmer sowie Flure durch Rauchwarnmelder zu überwachen sind (nicht jedoch Küchen). Bei mehrgeschossigen offenen Verbindungen muss mindestens ganz oben ein Melder installiert sein. Die Installation selbst hat so zu erfolgen, dass die Melder vom Brandrauch ungehindert erreicht werden können. Wenn Sie mehr lesen möchten, bitte hier entlang.

Der Bedarf

Zumindest in Berlin und Brandenburg ist der Bedarf groß. So schätzt der Verband Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen , von etwa  700.000 Mietwohnungen der Wohnungsbaugesellschaften seien bisher etwa 5 Prozent mit Rauchmeldern ausgestattet. Für Büros, Betriebe und Eigenheime geht die Berliner Feuerwehr allerdings von einer höheren Dichte aus – was sich mit dem neuen Gesetz zum Jahreswechsel – und spätestens bis Ende 2020 – noch weiter signifikant nach oben bewegen soll.

Eine große Aufgabe also – die oben erwähnte BBU geht von etwa zwei Millionen Geräten alleine für „ihre“ 700.000 Wohnungen  und geschätzten Kosten von etwa 105 Euro pro Wohnung aus (ca. 25 Euro für je drei Geräte und ca. 30 Euro für die Montage).

Bei Mietwohnungen gilt die Nachrüstung übrigens als Modernisierungsmassnahme und wird – ebenso wie die regelmäßige Wartung – auf die Miete umgelegt.

Und als Eigenheimbesitzer legen wir Ihnen die Investition natürlich auch ans Herz – und zwar nicht nur in Schlafzimmer, Kinderzimmer oder Flur.

 

Kommen Sie gut ins neue Jahr, Ihr Team von Burchardt Immobilien