Weihnachtsbeleuchtung – was geht und was geht nicht?

Noch haben die Weihnachtsmärkte nicht geöffnet, aber in den Bau- und Elektronikmärkten der Republik sind sie bereits reichlich zu haben: blinkende Weihnachtsmänner, meterlange Lichterketten, dudelnde LED-Schlittengespanne und einiges mehr an Weihnachtsbeleuchtung, um den mehr oder weniger stark ausgeprägten Dekorationssinn deutscher Eigenheimbesitzer und Mieter zufriedenzustellen.

Es blitzt und blinkt also bald besinnlich an Fassaden und in Gärten – und was den einen freut, ärgert den anderen. Wir haben nachgeschaut, was Sie gegebenenfalls beachten müssen, damit die stille Nacht auch still bleibt und das Fest des Friedens nicht zu einer Zeit des Nachbarschaftskrieges über private Weihnachtsbeleuchtung im Freien wird.

Tradition und Sitte

Schon mal gut: Genauso wie Geschenke zum Weihnachtsfest oder der Gänsebraten gilt Weihnachtsbeleuchtung als eine „Tradition und anerkannte Sitte“. Das sagte das Landgericht Berlin im Jahr 2010.

Vorschriften und Regelungen finden Sie häufig in Städte- und Gemeindesatzungen. Ein Blick dort hinein lohnt sich insbesondere bei lautstark musizierenden oder exzessiv blinkenden Beleuchtungselementen. Klar ist in jedem Fall: Die gesetzlichen Ruhezeiten – insbesondere nachts – müssen in jedem Fall eingehalten werden.  Eine Zeitschaltuhr hilft, zwischen 22 und 6 Uhr Strom zu sparen und Nachbars Nerven zu schonen. Strom sparen helfen übrigens auch LED-Lichter: die verbrauchen im  Gegensatz zu herkömmlichen Lämpchen („ … aber die machen doch viel wärmeres Licht …“) bis zu sieben Mal weniger Strom.

Was ist eigentlich eine Weihnachtsbeleuchtung laut BGB?

Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist zu lesen, dass es sich hier um eine sogenannte „unwägbare Immission“ handelt – so ähnlich wie Gerüche, Geräusche oder Erschütterungen. Also so eine Art notwendiges Übel – das, wenn es über das übliche Maß hinaus geht und den Nachbarn wesentlich beeinträchtigt, einen Unterlassungsanspruch mit sich bringt (§ 1004 BGB). Ob und wenn ja, wie weit die Beleuchtung über das übliche Maß hinausgeht, wird im Zweifelsfall vom Richter bei einer Ortsbegehung entschieden. Dabei wird in der konkreten Einzelfallbetrachtung festgestellt, ob der Nachbar auch tatsächlich – objektiv betrachtet – durch das Licht gestört wird.

Anders allerdings, wenn Ihre Beleuchtung das Haus des Nachbarn gar nicht direkt beleuchtet und er sich lediglich an den schön bunt blinkenden Farben stört. Das ist zunächst einmal Geschmackssache. Sollten Sie allerdings sein Schlafzimmer ausleuchten, ist wiederum die Grenze des Zumutbaren überschritten. Sie können nicht davon ausgehen, dass Ihr Nachbar Ihretwegen Rolläden oder Gardinen montiert, um in der Weihnachtszeit zum wohlverdienten Schlaf zu kommen.

Wie ist das im Mietshaus?

Ganz ähnliche Regelungen gelten übrigens auch für Mieter. Holen Sie darüber hinaus besser die Erlaubnis des Vermieters ein, wenn Sie die Fassade schmücken wollen – es gilt: die Dekoration muss sicher installiert sein, sie darf die Fassade nicht beschädigen und, klar, die Nachbarn nicht übermäßig stören. Übrigens: Auch wenn Sie es nett meinen und Ihren Nachbarn Freude bringen wollen  – Gemeinschaftsbereiche wie das Treppenhaus oder den Eingangsbereich sollten Sie besser nicht schmücken. Sobald auch nur einer Ihrer Hausgenossen oder gar der Vermieter es verlangt – aus welchen Gründen auch immer – gilt: weg mit dem Schmuck. Weihnachtsduft im Treppenhaus? Eine romantische Vorstellung – sobald aber Duftsprays oder Duftkerzen im Spiel sind, keine gute Idee: Eine Mietpartei darf nicht einseitig bestimmen, welcher Geruch im Gemeinschaftseigentum vorherrschen soll.

Was also tun?

Am besten, Sie überlegen vorher, ob Ihre Nachbarn sich durch die zusätzliche Beleuchtung (und gegebenenfalls die zusätzliche Musik) gestört werden könnten – denken Sie an den „ortsüblichen Rahmen“ – und halten Sie die nächtlichen Ruhezeiten ein.

So werden Sie sicherlich friedvolle Weihnachten feiern können – mit dezenter Weihnachtsbeleuchtung.

Ihr Team von Burchardt Immobilien

Übrigens – der Weihnachtsbeleuchtungs-Weltrekord wird nicht etwa in den USA verortet, sondern im australischen Canberra. Dort hat (bereits im Jahr 2013) eine fünfköpfige Familie ihr Haus mit 502.165 Lämpchen verziert.